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Re: Tauch- bzw. Schwimmproblem

Von: Tilman Wetter (wetter@sunsquare.com) [Profil]
Datum: 18.02.2003 20:50
Message-ID: <3E528E7B.7090804@sunsquare.com>
Newsgroup: de.rec.sport.tauchen at.freizeit.sport

On 1/18/2003 4:22 PM Lukas Johann wrote:
> Ich muss es unbedingt schaffen, 15 m Strecken zu tauchen. Leider hab ich
> immer einige Probleme damit.

Klingt nach "Freischwimmerschein"

Frage 1:
Schreibst du das selber oder macht das Mami?
Wenn du das selber schreiben kannst, solltest du mindesttens 10 Jahre
alt sein, also lies weiter...

> Hab es schon mehrmals probiert, ich schaffe
> immer nur so ca. 5 m, dann geht mir die Luft aus, außerdem hat mir einmal
> jemand dabei zugesehen und derjenige hat gesagt, ich käme nie ganz unter
> Wasser, also so ungefähr mit dem Hinterteil würde ich immer aus dem
Wasser
> schauen.

Zum Tauchen:
Kopf runter, arme runter, Hintern raus, Füsse nach oben strecken und
schon tauchst du ab wie eine Rakete. Mit Schwimmbewegungen und
Luftablassen kannst du dann die Tiefenlage kontrollieren.
Ansonsten:
Es ist wie mit allem im Leben.
Trainieren, trainieren, trainieren.
Es gibt Talente, wie meinem Buben, der konnte mit vier jahren tiefer
tauchen als ich, ohne Gegendruck geben.
Der schoss auf 5m hinunter, hatte die Augenoffen, lächelte dabei und
holte Gegenstände vom Beckenboden.

Zum Luftanhalten:
Siehe oben.
Üben Üben Üben!
Du musst deine Lunge und deren Kapazität wie jedes Organ trainieren.
Laufen oder Radfahren erhöht wie jede Ausdauersportart die aerobe
Kapazität, Schwimmen hat sogar noch den Vorteil, dass es die
intramuskuläre Koordination der benötigten Muskelgruppen schult, somit
innere Widerstände abbaut und somit weniger Ressourcen (Sauerstoff)
verbraucht.
Ich bin starker Raucher und schaffe es untrainiert etwa 45 Sekunden die
Luft anzuhalten, wobei es aufgrund meines Grundlagenzustandes
unerheblich ist, ob ich dabei im Sessel sitze oder unter Anstrengung
eine Länge tauche.
Auf jeden Fall ist es angenehmer und wirkungsvoller, dabei so schnell
wie möglich zum Beckenboden abzugleiten und etwa 1,5 bis 3m als Niveau
zu halten.
Nach etwa 2 Tagen Übung, wozu auch besondere Atemtechniken gehören, kann
ich auf etwa 1:30 bis 1:50 min erhöhen. Im Urlaub uder nach ein paar
schönen Tagen am Entlastungsgerinne kann ich ohne weiteres 2 33er Längen
durchtauchen und dabei war ich immer ein "Weichei", "Spargeltarzan"
oder
nur "Verreckerl"
Dazu muss man üben und vor allem dann auch die Bewegungsabläufe
koordinieren.
Das geht wiederum nur mit Übung oder Talent.
Da du ganz offensichtlich zweiteres nicht hast, (lass dich nicht
entmutigen) musst du üben.

Und wenn du wirklich so extreme Probleme damit hast (das von dir
beschriebene Leistungsniveau entspricht etwa dem eines interessierten
5-7 Jährigen), musst du dich mental vorbereiten.
Das heisst, du musst wissen, wirklich wissen, dass du das auch willst,
dann kommt auch das Wissen, dass du es kannst.
Leg die Angst ab und bleib unten. Leg dir am Boden reale oder ideelle
Marken und geh jedes mal weiter.
Du gehst ja nicht an die Grezen des machbaren, sondern schiebst nur
deine weiter raus (glaub mir, das sind lange nicht deine Grenzen)

> Außerdem muss ich 5 Gegenstände aus ca. 1,5 m tiefem Wasser
herauftauchen,
> auch dabei hab ich Probleme, erstens komme ich auch da nicht auf den Grund
> runter bzw. nur ansatzweise, zweitens finde ich nie alle Gegenstände, da ich
> ja die Augen geschlossen habe im Chlorwasser.

Schwimmbrille ist völlig unbedenklich bis etwa 4m Tiefe.
Tiefer sollte man nicht wirlkich gehen, da beim Auftauchen Unterdruck in
der Brille entsteht, der die Augen bei auftauchen aus der Tiefe
verletzen oder aus den Höhlen saugen kann.
Ansonsten, sollte das Chlorwasser nicht allzuviel ausmachen.
Man kann die Augen auch aufmachen oder sich immer nur kurz orientieren,
die Augen dann wieder schliessen.

> Das dritte Problem ist, ich muss 100 m in 2:30 Minuten schaffen. Ich habs mit
> Brustschwimmen probiert, ich komme aber nicht unter 2:40 Minuten. Mit Rücken
> noch langsamer und kraulen kann ich leider nicht.

Wie wäre es mit Üben?
Heisst sich "Training".
Ich brauch im Augenblick, völlig untrainiert, etwa 18 Minuten für den
Kilometer bei Puls 125, das ist extratraurig.
Mit Brust alleine komme ich mit widerwilligem Training auf etwa 12
minuten pro Kilometer bei 145, das ist das Limit für einige Bewerbe,
damit man unter den "Lutschern" mitmachen darf.
Beim Training solltest du zuerst mal einige Wochen, je zwei bis dreimal
pro Woche, nur Längen schwimmen, langsam, beschaulich, ohne, dass dir
die Puste ausgeht.
Fang mit 10 Längen an, 33,3m Becken.
Geh dann nach Zeit. Schwimm mal ne halbe Stunde und dehn das langsam auf
ne Stunde aus. Nur gemütlich schwimmen. Die Letzte Länge teilst du dann
ein in eine halbe Länge reines Beitempo,die andere Hälfte in reines
Armtempo.
Wenn du in der Lage bist, eine dreiviertel- bis eine Stunde
durchzuschwimmen kannst du eine, zwei oder mehr Längen einbauen, die du
voll angast, bevor du wieder gemütlich weitermachst, zum Ausklingen.
Du wirst staunen, wie schnell du dann plötzlich die 100m in 1:30 bis
1:00 schwimmst. Das dauert nichtmal ein halbes Jahr ;-)

> Wer kann mir ein bisschen helfen und mir Tipps geben, wie ich das schaffen
> kann? Wäre wirklich sehr dankbar!
>
HTH (eigentlich kannst du dir nur selber helfen)

Til




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