Kennst du Pseudonymaufdeckung?
Von: Zorro B. (fuchs@b.lebt) [Profil]
Datum: 29.10.2009 18:34
Message-ID: <hccjmo$dd3$1@news.eternal-september.org>
Newsgroup: at.gesellschaft.politik
Datum: 29.10.2009 18:34
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Kennst du Pseudonymaufdeckung? Erfahrene Datenschützer raten zur Zurückhaltung bei der Angabe von persönlichen Daten in öffentlichen Datennetzen, wie z.B. das Usenet eines ist. Zu den persönlichen Daten gehören Wohnort, Arbeitgeber, und natürlich der bürgerliche Name, der sogenannte Realname. Nun aber sehen einige Teilnehmer mögliche Vorteile in der Angabe ihres Realnames in Diskussionsmedien wie dem Usenet. Zum Beispiel hoffen einige auf ein vorteilhaftes Google-Profil, welches vom Personaler sofort unter dem Realname des Bewerbers gefunden werden kann. Andere möchten von alten Klassenkameraden oder früheren Arbeitskollegen im Usenet wiedergefunden werden. Die Erfolgschancen solcher Ansinnen dahingestellt (ein positives Google-Profil ist gar nicht so einfach zu erstellen, weil Google manche Ausrutscher nie verzeiht...), kommen Viele an einen Punkt, wo sie doch die eine oder andere Frage oder Aussage lieber unter Pseudonym tätigen möchten. Es kann dabei um Politisches, um Gefühlsangelegenheiten, Sexuelles, oder Gesundheitliches gehen. Manchmal möchte man auch nicht, dass der Arbeitgeber liest, dass man mit einem neuen Job liebäugelt. Derlei Szenarien gibt es vielerlei. Wer jetzt denkt, "nichts leichter als das, dann benutzt man dafür eben ein Pseudonym", der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn da gibt es eine kleine aber aktive Horde Rüpel, die nur darauf geiern, so einem Pseudonymverwender zu begegnen. Sobald der Verdacht aufkommt, derjenige habe früher schonmal unter seinem Realname geschrieben, fangen die Spekulationen an, welcher Realname das wohl sein könnte. Man spricht hier von (versuchter) "Pseudonymaufdeckung". Es werden dazu unter anderem der Diskussions- und Sprachstil, technische Merkmale oder Personen- konstellationen betrachtet. Die resultierenden Hypothesen, ob nun fundiert oder nicht, werden hemmungslos öffentlich angegeben. Dadurch ist der Schutz des Pseudonyms schnell dahin, oder aber - und das ist noch bedenklicher - falls die Herren Feierabend- Detektive falsch liegen, werden Unbeteiligte hineingezogen. Das ist alles sehr unschön. Mehr noch, (versuchte) Pseudonym- aufdeckung ist unter vielen Umständen illegal und kann mit der Unterstützung von Datenschutzämtern verfolgt werden. Wer es sich leisten mag, kann auch einen auf Persönlichkeitsrecht speziali- sierten Anwalt einschalten. Der bereits entstandene Schaden kann dadurch allerdings kaum wiedergutgemacht werden. Daher ist Prävention gefragt. Hier schließt sich der Kreis zum Anfang: Datenschützer mahnen zur Sparsamkeit im Umgang mit persönlichen Daten in öffentlichen Datennetzen. Ein Realname, der überhaupt nicht im Usenet vorkommt, wird nur sehr unwahrscheinlich in eine Pseudonym- aufdeckung verwickelt werden. Mindestens solange Typen wie diese Pseudonymaufdecker ihr Unwesen treiben, steht der Rat: Niemals im Usenet seinen Realname angeben! Wer unbedingt möchte und genau weiß was er tut, kann seinen Realname kontrolliert punktuell einbringen, d.h. in ganz bestim- mten Zusammenhängen zu ganz bestimmten Themen für ganz bestimmte Artikel. Denkbar wären z.B. rein sachbezogene Artikel zu Themen, welche in Beziehung zur beruflichen Tätigkeit des Schreibers stehen. Man sollte dabei aufpassen, sich nicht in Diskussionen zu verwickeln. Bei geschickter Durchführung kann dies eine Alternative zur rein pseudonymen Teilnahme sein. Der Vorteil ist, dass man sich möglicherweise ein beruflich vorteilhaftes Google-Profil unter seinem Realname schafft. Dies ist allerdings wirklich eine Übung für Fortgeschrittene und sei nicht für Anfänger empfohlen. Ein Anfänger sollte konsequent ein Pseudonym verwenden.[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Markus Egg (31.10.2009 16:09)
