Re: Email Gültigkeit im rechtlichen Sinne
Von: Bernhard Kuemel (bernhard@bksys.at) [Profil]
Datum: 28.06.2008 02:56
Message-ID: <29e73$48658c56$d429f84b$1405@news.inode.at>
Newsgroup: at.gesellschaft.recht
Datum: 28.06.2008 02:56
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Kurt Klauber wrote: >>>>> Werden Emails rechtlich anerkannt, z.B. bei Kündigungen o.ä.? >>>>> Wenn man z.B. einen Mobiltelefonvertrag kündigt, dann sollte es kein >>>>> Problem sein, dies auch rechtlich anzuerkennen, sofern der Kunde >>>>> eindeutig erkennbar ist (z.B. durch Name, Anschrift, Kundenkennwort, >>>>> etc.). > Die Frage ist: Wie kam der Täter an mein Kundenpasswort ... ? Ich bin davon ausgegangen, dass keine sicheren Protokolle verwendet werden. Nach Signaturgesetz unterschriebene emails gelten AFAIK rechtlich als Schriftform. Ob die akzeptiert werden muessen, bin ich aber nicht sicher. Was, wenn der Vertragspartner keine Moeglichkeit hat, die Echtheit der Unterschrift zu pruefen. >> Oder vielleicht ein deutlicheres Beispiel: Wenn man ein Recht auf >> Akzeptanz unsicherer emails haette, koennte X per email das Konto >> von A leerraeumen. Die Bank kann ja nicht pruefen, ob die email echt >> ist. Die logische Folge: Die Vertragspartner haben die Freiheit, zu >> entscheiden, ob sie unsichere emails akzeptieren. > > Kontoaktivität != Mobiltelefonaktivität Worin liegt hier rechtlich der Unterschied? Wenn's beim Konto keinen rechtlichen Anspruch auf emails gibt, gibt's ihn auch nicht fuer Mobilfunk. > Es wird hoffentlich keine Bank geben, die auf ein Konto per Email > zugreifen läßt ... &) Was spricht dagegen? Solange sich der Kunde mit seinem Kundenkennwort eindeutig zu erkennen gibt. Falls es dann doch wer anderer (X) war, wird man sich natuerlich fragen, wie der an das Kennwort kam. Da gibt's z.B. phishing, Griechen (korrekte Bezeichnung fuer Trojaner) mit Keylogger, X koennte in den gesendeten emails eine fruehere mail mit dem Kennwort gefunden haben, jemand hat die email abgefangen, gleiches Kennwort bei verschiedenen Diensten, ... Ist beim Mobiltelefoniekennwort genauso moeglich. Ich hatte mir uebrigens schon oefter gewuenscht, Kontoaktivitaeten per PGP email machen zu koennen (als ich noch keine Standleitung hatte und laengere Onlinezeiten aus Kostengruenden vermeiden wollte). >> Bescheuert finde ich nur, wenn ein 200 dpi schwarz/weiss Fax >> akzeptiert wird, aber ein 24bit 600dpi Farbscan per email nicht. >> Naja, manche Unternehmen haben vielleicht noch keine Infrastruktur >> um emails mit Bildanhaengen zu verwalten. Die legen vielleicht noch >> Papierfaxe in Ordnern ab und tun sich schwer, Bilder ordentlich >> auszudrucken. > > Ich bin generell der Meinung, daß eine Email bloß ein besseres Fax > ist. Mit dem Unterschied (wenn man vorsichtig/paranoid genug ist), daß > eine Unterschrift auf einem gescantem/abfotografiertem Bild wesentlich > fälschungstauglicher ist, als das krakelige Ergebnis aus einem Fax, > dessen Toner vielleicht auch schon zu Neige geht. Solange Fax (sogar bevorzugt) akzeptiert wird, kann man deine Unterschrift auch aus einem Fax rauskopieren und missbrauchen. > Von daher würde ich mich hüten, eine Unterschrift per Email zu > schicken. Dann solltest du auch deine original Unterschrift auf Papier nicht weitergeben. Sonst kann sie auch gescannt und missbraucht werden. Dieses Rumgetue mit Unterschriften ist sowieso ueberbewertet. Banken pruefen z.B. die Unterschriften (bei kleinen Betraegen) bei Ueberweisungen nicht. Meine Oma hat mir mal 2000 S ueberweisen wollen und Absender und Empfaenger vertauscht und mit ihrer Unterschrift unterschrieben. Flutsch haben 2000 S auf meinem Konto gefehlt. Die PSK hat mir empfohlen, dass meine Oma mir 4000 S ueberweist, das waer am einfachsten. Ich hab damals nicht drauf bestanden, dass sie ihren Fehler korrigieren. Und erst vor Kurzem hab ich das selber mal probiert mit dem Konto einer Bekannten. Neulich hab ich mich beim Ueberweisungsdienst von xe.com angemeldet. Die haben verlangt, dass ich ein Formular ausdrucke, unterschreibe, scanne und zurueckschicke. Zu umstaendlich. Ich hab meine vor Jahren gescannte Unterschrift mit transparentem Hintergrund reinkopiert. "Are you happy with my signature?" "Yes." "I have copied a previously scanned signature." "Ohh, sorry, we can not accept this. You have to do it again." Ok, hab meine Unterschrift aus dem Formular rausgeloescht (rechteckigen Bereich ausgeschnitten), gedruckt, unterschrieben, gescannt, abgeschickt. "Sorry, this is still not a handwritten signature." Jetzt sah es so aus, als haette ich eine gescannte Unterschrift mit rechteckigem deckendem Hintergrund eingefuegt. Haben die doch echt die "falsche" Unterschrift fuer eine echte gehalten und umgekehrt. Nach einer Erklaerung, warum das so aussieht, haben sie dann gemeint, sie koennen doch sehen, dass es echt ist. lg, Bernhard -- Please encrypt all emails GPG Key (ID F732FBF3 E4219D48) available on public key servers and http://bksys.at/bernhard/E4219D48.pgp Fingerprint E18F BF4D 0EE2 6522 E950 A06A F732 FBF3 E421 9D48[ Auf dieses Posting antworten ]
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- RealBorg (28.06.2008 10:32)
- Kurt Klauber (28.06.2008 18:22)
